Die Geschichte der Berliner Schreibfeder

Heintze & Blanckertz

Das Unternehmen Heintze & Blanckertz wurde 1849 in Berlin-Mitte gegründet und war ab 1952 die „Erste Deutsche Stahlfedernfabrik“. Um 1856 war der Firmensitz auf einem eigenen Grundstück in Berlin-Mitte. Ab 1912 wurde in Oranienburg ein eigenes Stahlwerk errichtet. Nach der Zerstörung des zur Produktion von Rüstungsgütern umfunktionierten Oranienburger Werks im zweiten Weltkrieg fand die Produktion von Schreibfedern nach dem Krieg hauptsächlich in Berlin statt. Nach der Enteignung der Berliner und Oranienburger Betriebsteile 1949 gründete sich die Firma Heintze & Blanckertz in West-Berlin neu. Später zog sie nach Frankfurt am Main.

Heintze & Blanckertz

in der Georgenkirchstraße 44 in Berlin-Mitte (nähe Alexanderplatz)
ca. 1890

Stahl und Walzwerk

Oranienburg
ca. 1915

25 Jahre Heintze & Blanckertz

Zu Erinnerung an die Feier
1881

Arbeiter und Angestellte in der Georgenkirchstraße 1903

Heintze&Blanckertz,Berlin Stahlfedern

Heintze&Blanckertz,Berlin Kugelspitzfedern

Biegen der Stahlfedern
1897

Schleifen der Stahlfedern
1897

Spalten der Stahlfedern
1897

VEB Schreibgeräte BT Schreibfeder Berlin

Das in Oranienburg entstandene Kaltwalzwerk wurde in den 60er Jahren Teil des Bandstahlkombinats Eisenhüttenstadt (BKE). An der Produktionsstätte in Berlin-Mitte wurde in den 50er Jahren der Volkseigene Betrieb (VEB) Schreibgeräte mit dem Betriebsteil Schreibfeder Berlin gegründet. Dort wurden z.B. Kalligrafie-Federn und Werkzeuge für den Linolschnitt hergestellt. Auch Goldfedern für Füllfederhalter wurden produziert. 1968 erfolgt der Umzug in die Boxhagener Straße in Berlin-Friedrichshain, da der Umbau des Alexanderplatzes den Abriss des Firmensitzes erforderlich machte. Mit der Wende wurde 1990 die VEB Schreibgeräte aufgelöst und unter Verwaltung der Treuhandanstalt gestellt. Die Gründung der Berliner Schreibfeder GmbH und der Verkauf an die in Oberursel ansässige AKC-GROUP endete am 30. September 1994 mit der Insolvenz.

Schreibfederfertigung
1977

Hand-Schlitzen
1977

Werkzeugmechaniker bei der Arbeit
1977

Jugendbrigade im Werkzeugbau
1977

Betriebsdirektor Wolfgang Lemme
1977

Leiter Hauptmechanik Joachim Hildebrand
1977

JoWo Berliner Schreibfeder GmbH

Die Firma JoWo Berliner Schreibfeder GmbH wurde am 07.09.1994 neu ins Handelsregister eingetragen. Der Zusatz JoWo bezieht sich auf die beiden Vornamen der Gründer und Geschäftsführer Wolfgang Lemme und Joachim Hildebrand. Aus der Insolvenzmasse der Berliner Schreibfeder GmbH wurden die notwendigen Maschinen und Anlagen herausgekauft und mit 23 Mitarbeitern die Produktion wieder aufgenommen. Im September 1995 erfolgte der Umzug in neu angemietete Produktionsräume in der Wolfener Straße in Berlin-Marzahn. Das Unternehmen stellt Schreibfedern aus Edelstahl oder 14 Karat bzw. 18 Karat Gold für viele unterschiedliche Hersteller von Füllfederhaltern weltweit her. Seit der Verschmelzung mit der ABM Guitar Parts werden zusätzlich auch Teile für elektrische Gitarren (z.B. Gitarrenbrücken, Tremolos usw.) hergestellt. www.abm-guitarparts.de
Im März 2000 verstarb der Geschäftsführer und Mitgesellschafter Wolfgang Lemme, Joachim Hildebrand führte die Firma als alleiniger Geschäftsführer weiter und zum Juni 2000 wurde Jan Hildebrand als Betriebsleiter eingestellt.
2005 übernahm Jan Hildebrand die Geschäftsanteile der Witwe von Wolfgang Lemme durch Kauf und wurde Mitgesellschafter der JoWo Berliner Schreibfeder GmbH.
Im Mai 2021 verstarb Joachim Hildebrand. Sein Sohn, Jan Hildebrand, führt die Firma seitdem als alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer.
Die Produktion und der Werkzeugbau wurden ausgebaut und modernisiert. Dazu wurde unter anderem in moderne Erodiertechnik, moderne Steuerungen von Produktionsmaschinen, 3-D Messtechnik und Laserbeschriftung investiert.

JoWo Berliner Schreibfeder GmbH

Gewerbehof in der Wolfener Straße
in Berlin Marzahn

Fertigung

Biegepressen

Schweißen

Schlitzen

Drahterodieren

Senkerodieren

Flach und Profilschleifen

CAD

Lasergravur / Laserbeschriftung