Die frühe Zeit

 1849 erfolgte die Firmengründung mit dem Eintrag der Firma Heintze & Blanckertz in Berlin in der Brüderstraße 20 in das Gesellschaftsregister der Handelsbetriebe.

Der Firmengründer war der geheime Kommerzienrat Siegmund Blanckertz mit seinem Teilhaber Herrn Heintze. Es wurden Kopierpressen produziert.

1852 begann die Aufnahme der Produktion von Stahlschreibfedern und Federhaltern, die Firma erhielt den Zusatztitel zum Firmennamen „Erste Deutsche Stahlfedernfabrik“ mit dem Umzug in die Fliederstraße 4.

1867 schied der Teilhaber Herr Heintze aus.

1872 wurde der Betrieb durch Räume in der Gollnowstraße Nr.12 erweitert.

1876 betrug die Belegschaftsstärke des Betriebes bereits 30 Beschäftigte.

1882 zog die Firma in die Georgenkirchstraße 44 in Berlin-Mitte (nähe Alexanderplatz) um.

1887 trat Rudolf Blanckertz, Sohn von Siegmund Blanckertz, in Firma ein und wurde Mitinhaber.

1899 startete die Produktion neuer Federkonstruktionen, besonders für künstlerische Schrift.

1900 wurde ein Schriftmuseum innerhalb des Betriebes eingerichtet.

1906 gründete sich der Verlag für Schriftkunde.

1908 wurde Rudolf Blanckertz alleiniger Inhaber der Firma.

1910-1913 Es wurde ein eigenes Kaltwalzwerk in Oranienburg mit Bau von Wohnhäusern in der Friedenstraße für die ArbeiterInnen und Angestellten errichtet.

1926 erfolgten die Entwicklung und Herstellung von Werkzeugen für den Schulgebrauch für Linolschnitte, Pressspanradierungen, Papierschnitte u.a. (Tif.-Werkzeuge).

1944/1945 wurde der Betrieb durch Kriegseinwirkungen zu einem großen Teil zerstört.

Die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg

 1945 siedelten die Firmeninhaber in die westliche Besatzungszone über, das Unternehmen wurde unter der Treuhandverwaltung übernommen, es fanden Aufräumarbeiten statt,

Die Gebäude wurden instandgesetzt sowie Maschinen repariert. Die Firma begann mit dem Verkauf von aus Trümmern geborgenen Stahlschreibfedern für die Schulversorgung.

1946 wurde die Firma Heintze & Blanckertz durch die sowjetische Militäradministration beschlagnahmt und nahm die Produktion von Stahlschreibfedern auf Handspindelpressen (Kugelspitzfedern) auf.

1947 sind durch einen Brand des Vorderhauses in der Georgenkirchstraße 44 Büroräume und Produktionsräume beschädigt worden.

1949 wurde der Betrieb rückwirkend zum 01.01.1949 verstaatlicht und der Vereinigung Volkseigener Betriebe „Mewa“ (Metallwaren) mit Sitz in Zwickau angeschlossen.

1949 erfolgte die Umbenennung des Betriebes in „VEB Schreibfedernfabrik Berlin“.

1952 übernahm Hermann Schulz die Leitung des VEB Schreibfedernfabrik Berlin als Werkdirektor.

1953 begann die Aufnahme der Produktion von Füllhaltern mit Dauerspitze (Stahlfedern), und der Füllhalter für Tusche „Tuha“.

1955 wurde die Produktion von Füllhalterfedern mit Iridiumspitze aufgenommen.

1957 startete die Produktionsaufnahme von Linolschnitt-Garnituren sowie Linolschnittmessern.

1965 hatte der Betrieb eine Belegschaftsstärke von 235 Beschäftigten.

1968 erfolgte der Umzug des Unternehmens in die Boxhagener Straße 76-78 in Berlin-Friedrichshain, da der Umbau des Alexanderplatzes den Abriss des Firmensitzes erforderlich machte.

1969 übernahm die Leitung des Betriebes als Direktor Herr Dipl.-Ing. (FH) Wolfgang Lemme.

1972 wurde die Firma „Jeremias und Schmidt“ (Herstellung von Füllhalterfedern und Schreibzeiger für EKG-Geräte) übernommen.

1974 begann die Produktionsaufnahme von Polyurethan-Weichschaumformteilen für die Berliner Polstermöbelindustrie.

1978 übernahm der Betrieb den VEB Angelsportgeräte (Herstellung Kunstköder, Bleiartikel, Posen, Federköder, Fertig-Angeln) mit Sitz in Berlin Lichtenberg, Rosenfelder Straße.

1980 wurde die PUR-Weichschaum-Produktion bereits wieder eingestellt.

1988 erfolgte die Übernahme der Bürokugelschreiberfertigung KD1000 vom Stammbetrieb Markant, vorwiegend für den Export nach Kuba und Ungarn.

1989 bestand das Unternehmen 40 Jahre als VEB.

Die Zeit nach der Wende

1990 verließ das Unternehmen den VEB Schreibgeräte und wurde nach Wende wieder selbstständig. Es bildete sich eine mittelgroße Kapitalgesellschaft, die „Berliner Schreibfeder GmbH“, mit dem Geschäftsführer Wolfgang Lemme.

1992 verkaufte die Treuhandanstalt-NL Berlin das Unternehmen mit Grundstück an die Kunstoplastchemie GmbH, ein Unternehmen der AKC-Gruppe, die von dem in Deutschland lebenden Inder Ashok Chauhan geführt wurde.

1992 wurde Ashok Chauhan als gemeinschaftlich handlungsberechtigter Geschäftsführer in das Handelsregister eingetragen, das Unternehmen beschäftigte zu diesem Zeitpunkt noch 106 ArbeitnehmerInnen, er war danach alleinvertretungs-berechtigter Geschäftsführer der Berliner

Schreibfeder GmbH, Wolfgang Lemme blieb weiterhin Geschäftsführer. Die Herstellung von Füllhalterfedern (weltweiter Vertrieb) erfolgte dann nur noch mit 58 ArbeitnehmerInnen.

1994 verlegte Ashok Chauhan seinen Wohnsitz nach Neu-Delhi in Indien und Wolfgang Lemme wurde als Geschäftsführer mit Gesellschafterbeschluss von Ashok Chauhan abberufen. Ashok Chauhan stellte von Indien aus Antrag auf Eröffnung des Gesamtvollstreckungsverfahrens gegen die Berliner Schreibfeder GmbH. Dies hatte die Einstellung der Produktion und die Einleitung der Gesamtvollstreckung/ Konkurs zur Folge.

Die Zeit der Neugründung der Firma

 1994 erfolgte die Neugründung der Firma „JoWo Schreibfedern GmbH“ mit Sitz in der Boxagener Straße 76-78 in Berlin durch Wolfgang Lemme und Joachim Hildebrand und der Geschäftsbetrieb wurde wieder aufgenommen.

1995 änderte dann die „JoWo Schreibfedern GmbH“ ihren Firmennamen in „JoWo Berliner Schreibfeder GmbH" und verlegte den Firmensitz in die Wolfener Straße 36 in ein neu erbautes Gewerbeobjekt in Berlin Marzahn. Bei der Aufnahme der Geschäftstätigkeit in den neuen Räumen beschäftigte die JoWo 23 ArbeitnehmerInnen.

1997 nahm der Betrieb die Goldfederfertigung 14kt. und 18kt. neu in das Sortiment der Firma auf.

1999 war die JoWo Berliner Schreibfeder GmbH erstmalig als Aussteller auf der Frankfurter Messe "Premiere" über einen Exportvertreter der Firma "Writing Instrument Network".

Am 01.März 2000 verstarb der Geschäftsführer und Mitgesellschafter Wolfgang Lemme, Joachim Hildebrand führte die Firma als alleiniger Geschäftsführer weiter und zum 01.06.2000 wurde Jan Hildebrand als Betriebsleiter eingestellt.

2005 übernahm Jan Hildebrand durch Kauf die Geschäftsanteile der Witwe von Wolfgang Lemme und wurde Mitgesellschafter der JoWo Berliner Schreibfeder GmbH.

2008 erwarb die JoWo Berliner Schreibfeder GmbH die Firma ABM Müller und Sohn KG (Guitarparts) aus Erlangen als Tochterunternehmen.

2017 wurde die Firma ABM mit der Muttergesellschaft, der JoWo Berliner Schreibfeder GmbH, verschmolzen, die JoWo hatte zu diesem Zeitpunkt 49 MitarbeiterInnen.

2020 führte die Corona-Pandemie zu einem plötzlichen und unerwarteten Absatzeinbruch der Schreibfederprodukte, bestellte und vorbereitete Produkte für 2020 mussten eingelagert werden, zudem musste Kurzarbeit angeordnet werden.

Am 03.Mai 2021 verstarb der Geschäftsführer und Mitgesellschafter Joachim Hildebrand.
Sein Sohn, Jan Hildebrand, führt die Firma seitdem als alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer.

2023  und 2024 wurde der Werkzeugbau weiter ausgebaut und modernisiert. Dazu wurde unter anderem in moderne 3-D Messtechnik und Laserbeschriftung investiert.